Zum fünften Mal in Folge gab es in Berlin am 21. Januar anlässlich der Grünen Woche eine bunte Großdemonstration gegen die Agrarindustrie unter dem Motto „Wir haben es satt!“. Diesmal liefen rund 18.000 Menschen durchs Regierungsviertel, angeführt von 130 Traktoren. Das ist zwar etwas weniger als in den Vorjahren, aber doch ein Erfolg, wenn man bedenkt, dass im Vorfeld  kein Lebensmittelskandal ruchbar wurde. Eine vom Bauernverband angeführte Gegendemonstration unter dem Motto „Wir machen euch satt“ kam gerade mal auf 500 Leutchen.

Beim anschließenden traditionellen „Suppn Talk“ in der Heinrich-Böll-Stiftung stellten sich über zwanzig Initiativen und Projekte im Schnelldurchlauf vor. Besonders bewegend: der Skype-Auftritt von syrischen Gärtnern und Aktivistinnen, die in den belagerten Städten Gemüse auf Dächern und in Innenhöfen ziehen. „Gärtnern ist unsere einzige Waffe“, so der 30-jährige Agraringenieur Mutaz, der mit Tausenden anderen aus Aleppo nach Itlib vertrieben wurde. Derzeit würden 53 Städte belagert und ihre Bevölkerung auszuhungern versucht, so das Projekt „15th Garden“, 50 durch das Assad-Regime, zwei durch den IS und eine durch IS und syrische Armee gemeinsam.

Besonders pfiffig fand ich das Projekt des Iren Oliver Moore: Traktoren von John-Deere & Co sammelten schon heute alle möglichen Daten auf den Feldern, die von Datenkonzernen ausgewertet und verkauft würden, während Bauern mal wieder leer ausgingen. Moore setzt dem weltweiten Trend zum „Präzisions-Farming“ mittels GPS und Big Data eine Open-Data-Version entgegen: das „Bürger-Observatorium für bäuerliche Familienbetriebe und Gärtnerinnen.“

 

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