Ein Tag vor Eröffnung der Grünen Woche in Berlin stellte das 25 Agrar-, Tierschutz- und Umwelt-Organisationen umfassende AgrarBündnis seinen „Kritischen Agrarbericht 2017“ vor, diesmal mit dem Schwerpunkt Wasser. „Wir haben Sorge um unsere Ressource und unser wichtigstes Lebensmittel“, so Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND.

Auch in Deutschland müsse man im Zuge des Klimawandels mit mehr Trockenzeiten und Extremniederschlag rechnen. Zudem sei das Grund- und Trinkwasser in Deutschland vor allem durch Gülle aus der Massentierhaltung immer stärker nitratbelastet: „An jeder vierten Messstelle wird der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser überschritten.“ Und „die eigentliche Nitratwelle kommt ja erst auf uns zu: Die intensive Tierhaltung wurde in den letzten Jahren ausgebaut.“ Leider habe die EU-Kommission erst Deutschland verklagen müssen, damit Bundesagrarminister Christian Schmidt endlich die Novelle der Düngemittelverordnung anpacke.

Seltsamerweise war dies das einzige Statement auf der Pressekonferenz zum Thema Wasser. Dabei ist der Erhalt und die Wiederherstellung der „kleinen Wasserkreisläufe“ durch regenerative Landwirtschaft ein wichtiger Beitrag gegen die Klimakrise. In unserem Buch zitieren wir den slowakischen Hydrologen Michal Kravčík, der ein „neues Wasserparadigma“ formuliert hat: Da feuchte(re) Böden paradoxerweise mehr Wasser aufnehmen als ausgetrocknete, ist »Wasserpflege« durch lokale Gemeinden für ihn der Schlüssel zur Regeneration von Klima und Ökosystemen.

Foto oben: Die einstmals trockene Gegend rund um das portugiesische Ökodorf Tamera wurde durch Permakultur zur Wasser-Rückhaltelandschaft. Foto: Simon du Vinage

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